Freitag, 8. Juni 2012

Biotope in der Gemeinde Bildstein in Vorarlberg

Die Gemeinde Bildstein setzt sich aus zahlreichen,  weit über den Bildsteiner Rücken verstreuten Weilern zusammen, das Ortszentrum selbst liegt im westlichen, dem Rheintal zugewandten Teil des Höhenzugs auf rund 660 Metern  Seehöhe. 
  • Gemeindefläche  913,73 ha
  • Großraumbiotope  0,00 ha
  • Kleinraumbiotope  111,03 ha
  • Gesamte Biotopfläche  111,03 ha
Die westliche Gemeindegrenze verläuft in den unteren bis mittleren Hanglagen der in Richtung Rheintal abfallenden Hangflanken, wobei im Bereich von Ingrüne und Linzenberg das Schwarzacher Gemeindegebiet weit in die Hanglagen auskragt. Im Süden verläuft die Gemeindegrenze erst entlang der Schwarzach, wendet sich auf der Höhe von Farnach dann aber stetig Richtung Osten und führt über die Hangflanken Richtung Oberbildstein und Rotach. Von dort zieht sich die Nordgrenze der Gemeinde über den Schneiderkopf, welcher mit 971 Metern Seehöhe den höchsten Punkt des Bildsteiner Rückens darstellt, und führt dann, abgesehen von einer Auskragung in den Ippachgraben, immer an der Oberkante der steilen Waldhänge des Ippachs Richtung Westen, dem Rheintal zu, wo mit Meschen und Rickenbach auf Höhen zwischen 460 und 480 Metern auch die tiefstgelegenen Weiler der Gemeinde zu finden sind.

Unter BIOTOP wird in diesem Inventar der Standort einer in sich mehr oder weniger geschlossenen Lebensgemeinschaft aus Pflanzen und Tieren verstanden. Klassisches Beispiel für einen Biotop wäre etwa ein Weiher, es  kann aber genauso ein Waldstück, eine Wiese etc. sein. 

Drei Kostbarkeiten der Gemeinde: 
  1. Farnach Moos (Biotop 20501) 17,89 ha: Ausgedehnter und landschaftlich höchst reizvoller Moorkomplex mit verschiedensten Regenerationsstadien ehemals abgetorfter Hochmoorflächen, Zwischenmooren und Flachmooren. Aufgrund des Auftretens zahlreicher seltener und teils stark gefährdeter Moorgesellschaften, Pflanzen- und Tierarten höchstgradig schützenswert. Das Moor wurde im Jahr 1976 zum Naturschutzgebiet erklärt.
  2. Birkenhain auf der Halda über Künzen (Biotop 20504) 2,28 ha: Schöner und auch landschaftlich besonders wirksamer Besenbirkenhain, der mit Fug und Recht als der am besten erhaltene Bestand seiner Art im gesamten Inventarisierungsgebiet gelten kann. Er ist in höchstem Grade schutzwürdig und es sollte alles unternommen werden um den Hain in seinem gegenwärtigen Erscheinungsbild zu erhalten, um der Nachwelt ein Bild dieser einst weit verbreiteten Flurform vermitteln zu können.
  3. Bachschluchten (Burgstobel, Eulentobel, Rickenbachtobel) (Biotop 20506) 44,62 ha: Die Bäche, die den Bildsteiner Höhenrücken zum Rheintal hin entwässern, folgen in ihrem Lauf den Schichtfugen der steil einfallenden Granitischen Molasse (mit Ausnahme der Schwarzach). Waren die Bäche ursprünglich durch Moränenmaterial des Rheingletschers plombiert, fließen sie heute durch ausgeräumte Bachschluchten mit ausgeprägt V-förmigem Profil. Teilweise durchfließen die Bäche ausgeschliffene Sandsteinrinnen die fast künstlich wirken, dann schießen sie wieder über schräg abfallende Felsschwellen hinweg, unter denen sich tiefe Kolke gebildet haben. Hohe Wasserfälle und schotterverfüllte Fließstrecken wie sie etwa für die Pfänderbäche typisch sind, können hier nur selten gefunden werden. Dahingegen wird die Bachsohle immer wieder von grobem und von dichten Moosdecken überzogenem Blockwerk überdeckt.
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Biotopinventar der Gemeinde Bildstein
[Letzte Aktualisierung 10.6.12]



Inhalt 
Seite
Einführung  5
– Kurzer Rückblick und Ausblick  5
– Was ist ein Biotop?  6
– Wann gilt ein Biotop als BESONDERS SCHUTZWÜRDIG? 7
Gemeindebericht  9
– Geographie und Geologie  9
– Biotopausstattung  11
– Schutzstatus der Biotopflächen  13
– Verbindung zu angrenzenden Gemeinden  14
– Drei Kostbarkeiten der Gemeinde  15
Farnach Moos (Biotop 20501)  15
Birkenhain auf der Halda über Künzen (Biotop 20504) 18
Bachschluchten (Burgstobel, Eulentobel, Rickenbachtobel) (Biotop 20506) 21
– Kurzdarstellung der weiteren Biotopflächen 23
Moor beim Ferienheim Oberbildstein (Biotop 20502) 23
Schneiderkopf (Biotop 20503)  24
Schwarzerlen-Quellwald auf Altreute (Biotop 20505)  27
Mähnardeten Oberbildstein (Biotop 20508) 28
Wälder im Schwarzachtobel (Biotop 20509) 29
Schichtkopfrasen und -wälder (Biotop 20507, 01 und 03) 31
Laichtümpel über Geißbirn (Biotop 23005, 02) 33
Steinbrüche von Meschen (Biotop 23005, 04) 34
– Gefährdungen  35
– Empfehlungen für Schutz und Erhalt  39
Was wurde bisher getan?  39
Was kann die Gemeinde tun für …  39
Was kann der Einzelne tun für …  43
Artenliste  47

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